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27. Januar 2010
Ein positiv eingestellter Mensch
Joan Armatrading besuchte Hannover
Joan Armatrading gehört, als Singer-/Songwriterin seit den 1970er Jahren zu den großen Persönlichkeiten, zu den renommierten Künstlern der internationalen Musikszene.Sie gilt in erster Linie als Album-Künstlerin, hatte aber auch mit Songs wie „Love & Affection“, „Me, Myself, I“ und „Drop The Pilot“ einige größere Single-Hits. Je nach Lust und Laune und Inspiration bringt Armatrading musikalische Stile wie Rock, Pop, Blues, Jazz, Folk und Reggae in ihren Songs zusammen.
Auch wenn Joan Armatrading so gut wie nie mit anderen erfolgreichen Acts Kollaborationen eingeht, bestätigen Ausnahmen die Regel. 1985 wirkte sie als special-guest Sängerin auf dem Queen-Album „A Kind Of Magic“ mit, das gleichzeitig der Soundtrack zum Film „Highlander“ war.
Am 5.März veröffentlicht die Sängerin und Gitarristin unter dem Titel „This Charming Life“ eines neues Studio-Album, das sie im Rahmen ihrer Tour am 18.März auch im hannoverschen Capitol live präsentieren wird.
Am gestrigen Dienstag war Joan Armatrading zu Besuch in Hannover und stellte sich in lockerer Runde den Fragen der örtlichen Medienvertreter. Die 59-jährige Künstlerin gab sich humorvoll und gut gelaunt und ist offensichtlich alles andere als ein musikalisches Relikt aus vergangener Zeit. Joan Armatrading ist eine dem Modernen sehr aufgeschlossene Vollblut-Komponistin und –Musikerin, eine Frau die im künstlerischen Bereich vieles selbst macht, den Dingen gern auf den Grund geht, wissen will, wie alles funktioniert.
“Viele vergessen zu schätzen, was sie haben“ „Ich bin eine sehr positiv eingestellte Person“, erklärt sie lächelnd den Journalisten. Sie sei sehr glücklich mit ihrem Leben, zufrieden mit dem, was sie bisher machen durfte und erreicht hat. Mit dem Schicksal zu hadern und sich von Krisen herunterziehen zu lassen, davon hält Armatrading nichts. Sie bringt es auf eine einfache Formel: „Viele vergessen zu schätzen was sie haben, auch gerade in Zeiten einer Wirtschaftkrise, dabei könnte alles viel schlechter sein. Es gibt Menschen, die grübeln zu viel, dabei ist es falsch, alles immer nur negativ zu sehen.“ In schwierigen Zeiten sei es gut, zurückzuschauen und dankbar zu sein, was man hat, was man schon erreicht hat.
Sie selbst kann sich künstlerisch nicht an schlechte Phasen ihrer Karriere erinnern, in denen sie ernsthaft darüber nachgedacht hätte, mit dem Schreiben von Songs, mit dem Musikmachen aufzuhören. „Ich liebe es, Songs zu schreiben bis ich irgendwann sterbe“, sagt sie und fügt schmunzelnd an: „Ich wäre gar nicht in der Lage aufzuhören, das wäre schon körperlich gar nicht umzusetzen“
“Das Internet ist wundervoll“ Auch wenn Joan Armatrading aus einer Musikergeneration kommt, die in der heutigen Zeit häufig gern ins Lamentieren über die angeblich glorreiche Vergangenheit kommt, moderne Medien, neue Techniken und dabei besonders das Internet verantwortlich dafür machen, dass angeblich nicht mehr alles so „schön ist wie früher“, scheint sie aus ganz anderem Holz geschnitzt zu sein als viele ihrer Kollegen und Kolleginnen.
„Das Internet ist wundervoll, es ist ein tolles Werkzeug, Kontakte zu knüpfen, bietet tolle Möglichkeiten für Künstler, ihre Musik zu veröffentlichen, eine Fanbase aufzubauen und sie zu pflegen“, sagt Joan Armatrading, die auch kein Problem damit hätte, wenn vielleicht irgendwann ihre Musik nur noch online verfügbar wäre. „Wenn es so ist, ist es so, warum nicht? Aber die Leute, die Musik über das Internet beziehen, sollten natürlich dafür bezahlen“, sagt sie.
Sie sei ein technisch sehr interessierter Mensch, nehme ihre Songs im Studio selbst auf, sitze häufig hinter dem Mischpult und wäre auch in der Lage, eine eigene Website zu bauen. Lediglich mit Diensten wie etwa Twitter stünde sie ablehnend gegenüber. Es mache keinen Sinn und sei unrealistisch, 11.000 oder mehr virtuellen Freunden mitzuteilen, was man gerade macht, denkt und fühlt. Das würde man ja auch nicht jedem seiner in der Realität vielleicht zehn wirklichen Freunden im Leben gleichzeitig mitteilen. „Da spricht man ja auch nicht mit jedem über alles“, bringt es Armatrading auf den Punkt.
Neuer, moderner Musik und jüngeren Bands und Künstlern sei sie ebenfalls sehr aufgeschlossen. „Ich mag beispielsweise The Killers, Kings Of Leon oder Jay-Z.“, sagt sie.
In Hannover live mit Band Von Solo-Performances oder Shows in Mini-Besetzungen halte sie wenig. Das habe sie letztmals 1973 gemacht. „Wenn ich Songs schreibe, dann möchte ich das gesamte Arrangement dahinter hören und auch auf die Bühne bringen“, erklärt die Sängerin, die auf der kommenden Tour plant, mit einer dreiköpfigen Band aufzutreten. Sie selbst an Gesang und Gitarre, dazu ein Keyboarder, ein Schlagzeuger und ein Bassist. Live zu spielen mache ihr in erster Linie Spaß, man könne sich an den Fähigkeiten und dem Spiel der anderen Musiker erfreuen, alle könnten die Songs selbst auf der Bühne genießen, sie und die Band könnten ein paar schöne Stunden haben und dann sei da natürlich noch der Kontakt mit dem Publikum…
Die CD „This Charming Life“ erscheint am 5.März in Deutschland über das Label Hypertension Music.
Für das Konzert, am 18.März im Capitol Hannover läuft bereits der Vorverkauf. Tickets kosten 31 Euro zuzügl. Gebühren und sind an den bekannten Vorverkaufsstellen und auch im Online-Ticketshop des örtlichen Veranstalters Living Concerts erhältlich.
Links: www.joanarmatrading.com www.living-concerts.de
Andreas Haug Fotos: Martin Bargiel
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