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Beim Auftritt der munteren Truppe Frittenbude gab es im Zelt vor der neuen White Stage des Hurricane-Festivals ein so großes Gedränge, dass das Konzert abgebrochen und die Bühne für den Rest des Samstagabends geschlossen wurde
Beim Auftritt der munteren Truppe Frittenbude gab es im Zelt vor der neuen White Stage des Hurricane-Festivals ein so großes Gedränge, dass das Konzert abgebrochen und die Bühne für den Rest des Samstagabends geschlossen wurde

21. Juni 2010

Unschönes rund um´s Hurricane

Gefälschte Tickets + Bühnenschließung

Das Jahr 2010 wird sicher nicht als das schönste und erfolgreichste Jahr für das Hurricane-Festival in Scheeßel in die Analen eingehen. Die einst als „gemütliches Festival für ein breites Publikum“ an den Start gegangene, dreitägige Konzertveranstaltung scheint sich in puncto Zuschauer-/Wirtschaftswachstum immer mehr an Rock Am Ring zu orientieren. Devise: Immer noch mehr Bühnen, immer noch mehr Bands, immer noch mehr Publikum.

Dem Konzertbesucher und der Öffentlichkeit soll vermittelt werden: Je mehr, je länger und je größer, desto schöner, spektakulärer und erfolgreicher ein Event.

Wer als Musikliebhaber Großveranstaltungen dieser Art besucht um einige seiner favorisierten Bands zu hören und vielleicht auch zu sehen, muss generell wissen, auf was er sich da einlässt. Nach den Erfahrungen rund ums Hurricane 2010 werden einige für die kommenden Festivals womöglich ihre Sinne noch mehr schärfen, denn neben ansprechenden Konzertdarbietungen vieler sehr interessanter, beliebter und im internationalen Geschäft mittel-populärer Bands wie The Strokes, Beatsteaks oder Billy Talent , gab es beim bzw. rund ums Hurricane einige Unannehmlichkeiten, die teilweise sicher vermeidbar gewesen wären.

Abgesehen davon, dass es der Wettergott, wie so oft in den letzten Jahren, mit dem Hurricane nicht besonders gut meinte (schon am Freitag Regen + Schafskälte), waren schon am ersten Abend weit mehr als 100 Fans mehr als bedient, teilweise schockiert und frustiert.Einige Tickets, die vorgezeigt wurden, entpuppten sich als nahezu perfekte Fälschungen. Das stellte sich beim erfolglosen Versuch heraus diese Tickets an den Einlasskontrollen einzuscannen. Rein optisch sahen diese Karten täuschend echt aus. Die gefälschten Hurricane-Tickets waren im bekannten Computer-CTS-Format und -Outfit offenbar sogar auf echtem von CTS verwendetem Papier mit Hologramm in Umlauf gebracht worden. Einige Inhaber, die sich die Tickets über Dritte, darunter „von privat“ über populäre Social-Network-und Auktionsportale gekauft hatten, schauten plötzlich in die Röhre. Kein Einlass mit diesen Karten.

Wer nicht genug Geld dabei hatte, trat sofort wieder die Heimreise an, andere mussten sich erneut Karten an der Tageskasse kaufen. Im Gegensatz zum schon lange im Voraus ausverkauften Rock Am Ring waren für das Hurricane-Festival auch noch am ersten Festivaltag ausreichend Karten für den Tagesverkauf vorhanden. Die Foren von hurricane.de füllten sich rasch mit Situationsbeschreibungen und Diskussionsbeiträgen rund um den „Ticket Gau“.

Im Rahmen der fortwährenden Expansionsbemühungen haben die Veranstalter in diesem Jahr eine weitere, eine vierte Bühne auf dem Hurricane aufgestellt, die als „White Stage“ vorwiegend die Freunde elektronischer Musik unterhalten sollte (Wir berichteten). Der Betrieb dieser Zeltbühne stellte die Veranstalter am Samstagabend augenscheinlich vor organisatorisch unlösbare Probleme. Zum Auftritt der Band Frittenbude (Foto rechts) nahm das Gedränge im Publikum vor der Bühne solche Ausmaße an, dass die Polizei anordnete, das Konzert aus Gründen der Sicherheit abzubrechen. Dafür gibt es eigentlich nur zwei Gründe: Entweder hat sich das Publikum im Zelt besonders gefährlich-drängelig benommen oder der Veranstalter respektive sein beauftragter Einlass-/Sicherheitsdienst hat zu vielen Menschen Einlass in das Zelt mit der White Stage gewährt.

So gab es in der Konsequenz nur rund die Hälfte der geplanten Show von Frittenbude, das Zelt mit der White Stage wurde geschlossen, die im Anschluss an Frittenbude geplanten Auftritte von Erol Alkan und Boys Noize ersatzlos gestrichen. Der in Hamburg ansässige Veranstalter FKP Scorpio Konzertproduktionen entschuldigte sich bereits am Samstagabend auf der Festivalwebsite hurricane.de

Sowohl Frittenbude als auch Erol Alkan und Boys Noize hätten zugesagt, auf dem nächsten Hurricane wieder dabei zu sein.

Auf Grund der Unannehmlichkeiten rund um die gefälschten „Pseudo-CTS-Hurricane-Tickets“, für die der Veranstalter natürlich nicht verantwortlich gemacht werden kann, bleibt für die Zukunft für den Konzertbesucher eigentlich nur eine einzige Lösung: Eintrittskarten sollten online immer und ausschließlich nur direkt beim örtlichen Veranstalter, der Tourneeagentur oder bei deren beauftragten, explizit in der Bewerbung der Veranstaltung genannten Online-Tickets-Händler gekauft werden. Dagegen birgt der Kauf von Konzerttickets über Dritte, „von privat“, über Auktionsplattformen und über so genannte „Zweitverwerter“ wie Schnäppchenportale ganz offensichtlich nicht kalkulierbare Risiken.

www.hurricane.de

Foto: FKP Scorpio - Pressefreigabe

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KOMMENTARE zum Artikel:

 claudiii am 28.06.10, 16:11 Uhr
Also ich kann das nur bestätigen. Null Sicherheitspersonal. Ich stand im Zelt während des Frittenbudenkonzertes in der Mitte und hatte bequem Platz. Nach 3 Liedern wurde aufgehört und eine 5minütige Pause angesagt. Als wir nach ca. 25 min. einem Sit-In und wüsten Beschimpfungen diverser Fans raustotteten, empfing uns eine Menschenwolke und völlig entnervte Polizisten.
Es schien am linken Eingang zu einer Panik gekommen zu sein, aufgrunddessen Leute nach unten gerissen wurden ... Mehrere Krankenwagen waren anwesend. Ich fand es einfach n ur traurig. Ich denke uch Frittenbude waren reichlich genervt von dieser Situation.


 Isa am 21.06.10, 17:04 Uhr
Zur White Stage + Frittenbude. Meines Erachtens bestand das Problem eher darin, dass ca. 2000 Fans im Zelt Platz gedunden hatten, während draußen weitere 5000 den Auftritt sehen wollten. So zumindest erklärte die Security die Situation. Die Festivalbesucher sind über die Absprerrungen geklettert. Im Zelt selbst hat man aber trotzdem nicht viel von Gedränge oder ähnlichem mitbekommen. Die Frage ist - wo war die Security? Wie kann es sein, dass so wenig Personal an den Eingängen stand und außerdem - warum Frittenbude im Zelt? Ebenso wie bei Bonaparte oder die Donots kann ich nicht verstehen, wie man solche Bands in Zelten auftreten lassen kann. Organisatorisch eine 6! Das gilt übrigens auch für das tolle Disco-Zelt bei dem ich am Donnerstag bereits fast zerquetscht worden bin. Die Leute haben so sehr von allen Seiten gedrückt, dass man irgendwann nicht einmal mehr die Füße auf dem Boden hatte und ich irgendwann eingequetscht war zwischen den Gittern am Eingang. Da kam keiner mehr raus und da war auch niemand zur Stelle um einem zu helfen. Gleiches gilt für die Situation gestern bei Deichkind. Fazit - die Kapazitäten des Festivals waren mehr als ausgelastet und aus meiner Sicht zu wenig Security und Polizei vor Ort. Trotz dieser Abstriche ein schönes Wochenende gewesen.




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