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Waren von ihrem 1. Platz bei Stars In The City zunächst selbst ein wenig überrascht, präsentierten sich dann aber mit strahlender Miene: Die Band Blakvise (ganz rechts im Bild SITC-Initiator Ole Sander)
Waren von ihrem 1. Platz bei Stars In The City zunächst selbst ein wenig überrascht, präsentierten sich dann aber mit strahlender Miene: Die Band Blakvise (ganz rechts im Bild SITC-Initiator Ole Sander)

An einem stilistisch bunt gemischten Abend lieferten Soulerosion dynamischen Metal
An einem stilistisch bunt gemischten Abend lieferten Soulerosion dynamischen Metal

Kadosh um Sängerin Simi T.Chatten hätten einige im Labor ganz oben auf dem Siegertreppchen erwartet, die Band erreichte Platz 2
Kadosh um Sängerin Simi T.Chatten hätten einige im Labor ganz oben auf dem Siegertreppchen erwartet, die Band erreichte Platz 2

Auf Platz 3: Dokmalou
Auf Platz 3: Dokmalou

Spielten zu später Stunde außer Konkurrenz: Die Bandfactory-Teilnehmer Craved
Spielten zu später Stunde außer Konkurrenz: Die Bandfactory-Teilnehmer Craved

02. November 2009

Blakvise überraschend auf Platz 1

So lief Stars In The City im Labor

Bandwettbewerbe gehen oftmals anders aus, als man das nach den einzelnen Auftritten der Teilnehmer im Verlaufe eines Abends erwartet. Für nicht wenige überraschend gewannen Blakvise am letzten Freitag den Hannover-Entscheid des Stars In The City Contests im Labor. Auf Platz 2 kamen Kadosh, Dritter wurden Dokmalou.

Die Situation ist vergleichsweise ungewohnt. Als Stars In The City Initiator Olaf „Ole“ Sander weit nach 1 Uhr nachts die Jury auf die Bühne bittet und die Platzierungen verkündet, ist der Applaus im Publikum zunächst eher verhalten als die hannoversche Emo/Screamo/Alternative/Progressive-Rockband Blakvise als Erstplatzierte genannt werden. Wo sonst bei ähnlichen Wettbewerben sofort lautstarker Jubel losbricht, ist es im Labor erstmal relativ leise, auch Blakvise selbst scheinen vom Endergebnis zunächst einmal überrascht, freuen sich dann aber sehr über die Fahrkarte nach Braunschweig, zum Deutschlandfinale von S.I.T.C., das am 26.Februar 2010 über die Bühne des Jolly Joker geht.

Es sind nicht wenige im Club, die eher Kadosh auf Platz 1 gesehen haben, eine Band, die zum Zeitpunkt ihrer Show vor einem interessierten, recht zahlreich erschienenen Publikum einen technisch über weite Strecken brillanten und musikalisch spannenden Auftritt gespielt hatte. Ihr Fusion Sound aus Rock, Jazz und Funk ist in der heutigen Musiklandschaft nicht alltäglich und –salopp ausgedrückt- mal „was anderes“. Für einige im Labor war der Kadosh-Gig ein echter Hinhörer, der positiv überraschte.

Aber wie es dann letztlich bei Wettbewerben, wo sich Bands unterschiedlichster Stilrichtungen live präsentieren so ist: Man kann keine Äpfel mit Birnen vergleichen, in den Spitzenpositionen gibt es dann irgendwann kein „besser“, „schlechter“, „Gewinner“ oder „Verlierer“ mehr, da gibt es dann einen ersten, zweiten, dritten Platz und das nachfolgende Ranking. Hier bei Stars In The City ermittelt aus Publikums-und Jurystimmen.

Auch Blakvise haben in ihrem Genre eine kraft-, druckvolle und ebenso überzeugende Show gespielt und sind zweifellos auch verdient auf Platz 1 gelandet. Wahrscheinlich hätten auch Kadosh den ersten Platz verdient gehabt oder möglicherweise auch Soulerosion, die sich auf ihrer Baustelle „Metal“ auch kräftig ins Zeug gelegt hatten. Vielleicht aber auch der Rapper Mobic, der mit seinen musikalischen Mitstreitern ein cooles Hip-Hop-Set auf die Bühne brachte, vielleicht aber auch der ein oder andere Teilnehmer, denn das Niveau des Stars-In-The-City-Hannover-Finales war im Großen und Ganzen doch recht hoch.

Insgesamt herrschte im ansprechend besuchten Labor eine entspannte Atmosphäre, größere Fan-Clubs, wie man das von Local Heroes kennt, hatte keine der Bands vor der Bühne, der ganz große Trubel blieb also aus. Wer an diesem Freitagabend mal eine bunte Mischung Bands hören wollte, darunter auch Acts, die einem –wie etwa Inhale Blaze, Asch, Famous Goose oder Dokmalou- bislang noch nicht so geläufig waren, hatte im Labor eine kurzweilige, gut durchorganisierte Veranstaltung erlebt.

Die Auftrittszeiten von je 25 Minuten pro Band waren ausreichend und ließen kaum bis gar keine Langeweile aufkommen, der Sound war sehr ansprechend, transparent und druckvoll, was für die technischen Möglichkeiten im Labor und ein Festival wie dieses, nicht unbedingt selbstverständlich ist, das Publikum freundlich und überwiegend gut gestimmt. Lediglich einige Mikrofonkabel versagten im Laufe des Abends ihren Dienst, die waren aber durch Willi Dammeier, der bei dieser Veranstaltung für die Soundtechnik und den Mix sorgte, meist rasch und „on the fly“ ausgetauscht.

Traurig stimmen konnte jedoch die Nachricht, dass das Labor zum Jahresende schließen wird, denn für den Hannover-Entscheid von Stars In The City, der ja in den letzten Jahren schon im Capitol, MusikZentrum und Faust über die Bühne ging, entpuppte sich dieser Club am Freitagabend als nahezu ideale Spielstätte.

Hier hatten dann auch zu später Stunde Craved ihren Spaß, die Bandfactory-Teilnehmer aus dem Raum Bremen, die außer Konkurrenz auftraten. Nach ein, zwei Songs zum Warmwerden, brachte die Band dann sogar noch einige zum Tanzen. Auch das erlebt man bei Special-Guest-Auftritten im Zuge von Wettbewerben, wo fast alle eigentlich nur noch auf die Jury-Ergebnisse warten, nicht alle Tage.

Andreas Haug Fotos: Brigitte Haug

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